Das bestimmende Moment in unserem Theater ist das Prinzip der Zweisprachigkeit (die Theaterstücke werden in russischer und deutscher Sprache gespielt). Bei unserer Ideensuche und unseren allgemeinen Bestrebungen stützen wir uns grundsätzlich auf die Schule des russischen psychologischen Theaters und die Erfahrungen im Umgang damit. Die Existenzbedingungen für diesen Theatertypus lagen schon immer in einer unorthodoxen Arbeitsweise des Regisseurs, schauspielerischer Selbstaufgabe und einem ausdrucksstarken Bühnenbild.
Wir arbeiten mit russischsprachigen professionellen Schauspielern, die in Deutschland leben, ebenso wie mit lokalen deutschen Schauspielern, die ihr Interesse für derartige Projekte bekunden.
Wir locken Kollegen aus Russland (Künstler, Schauspieler, Ballettmeister), da die Pflege solcher Kontakte oft mit der Geburt neuer Ideen einhergeht und das Feld für künstlerische Experimente erweitert.
Der Dialog mit dem Zuschauer ist ein vielschichtiges Prinzip unseres Theaterverständnisses.
Bereits im Theaternamen selbst ist der Aufruf zum Dialog versteckt -
a parte ist ein Fachbegriff aus dem Theatermetier, dessen wörtliche Bedeutung
„Replik zur Seite“ lautet. Gemeint ist hier ein direktes Gespräch des Schauspielers mit dem Zuschauer.
Die Aufgabe des Theaters – Stanislavski spricht gar von der Grundaufgabe – besteht darin, das Vertrauen des Zuschauers zu gewinnen.
Man versucht, den Zuschauer so für das Schauspiel zu „öffnen“, da er buchstäblich sein Gesicht der Bühne zuwendet, sich ihr anvertraut.
Dies ist einerseits eine Frage der professionellen und künstlerischen Theaterqualität; andererseits hängt sie von der Stufe der kulturellen Brücke ab, die das Publikum selbst mitbringt, von dessen Willen und dessen Vermögen, mit dem Schauspiel in Dialog zu treten.